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Vorräte perfekt managen – auch in Krisenzeiten

Wie strukturierte Vorratshaltung mir im Alltag und in der Krise hilft, liest Du in diesem Artikel.

Foto: CCO/pixabay/monicore

Einleitung

Spätestens seitdem wir in mehreren Wellen vor leeren Regalen für Lebensmittel und Hygieneartikel standen, zeigt sich die Relevanz guter Vorratshaltung.
Auch meine eigene Vorratshaltung wurde in der 2020 Krise auf den Prüfstand gestellt und optimiert.


Sinn der Vorratshaltung

Krisenzeiten überstehen: Sicherlich das Schlüsselthema 2020. Mit den richtigen Vorräten bist Du gegenüber schwankender Verfügbarkeit von Produkten gewappnet. Du kannst auch eine gewisse Zeit überstehen, ohne das Haus verlassen zu müssen.
Effizientes Haushaltsmanagement: Gut organisierte Vorratshaltung hilft Dir Zeit im Alltag zu Sparen. So kann der Einkauf unkompliziert vorbereitet und durchgeführt werden

Mein System für Vorratshaltung

Mein Vorrat ist nach der Methode „Meldebestand“ organisiert. Meldebestand bedeutet, dass das Unterschreiten einer gewissen Menge an Produkt Auslöser für den Nachkauf ist.
Wenn ich zum Beispiel nur noch 2 Pakete Nudeln habe, kaufe ich nach.
Für alle Artikel, die ich als Vorrat manage, habe ich einen solchen Meldebestand festgelegt.
Und jedes Mal wenn ich meine Einkauf vorbereite (alle 2 Wochen), gehe ich diese Liste durch.
Das klingt komplexer als es tatsächlich ist und dauert weniger als 5 Minuten.
Lediglich das Aufsetzen der Liste hat mich etwas Zeit gekostet, aber auch hier sprechen wir nicht über stundenlange Excelarbeit.
Wenn der Meldebestand eines dieser Produkte erreicht ist, kaufe ich durchaus einen Jahresvorrat davon nach. Beim Beispiel Nudeln bedeutet das, dass ich um die 10 Pakete nachkaufe.
Der Bestand meiner Vorratsartikel liegt also immer irgendwo zwischen Meldebestand und Jahresbedarf. Es wird auch mal etwas leer. Das ist mir vereinzelt in der Corona Krise passiert. Da aber nicht alles gleichzeitig leer wird, können Nudeln auch mal mit Reis ersetzt werden.
Vorteile:
– Nudeln tauchen 2-3 mal pro Jahr auf dem Einkaufszettel auf.
– der Einkaufszettel hat wenige Positionen
– der Einkauf ist schneller erledigt
Nachteile/Herausforderung:
– es muss natürlich der physische Platz für Vorräte vorhanden sein
– ich muss mein Verbrauchsverhalten einschätzen können

Was und wieviel gehört in den Vorrat

Diese Frage kann meines Erachtens nicht allgemein beantwortet werden.
In der Theorie bietet das Bundesamt für Katastrophenschutz eine Empfehlung an (siehe Medienempfehlung). Mit dieser kann man sicher den eigenen Vorrat abgleichen, es ist aber keine Guidance für den Aufbau eines dauerhaft funktionierenden Vorratssystems.
Ich habe knapp 60 Produkte auf meiner Vorratsliste mit dem jeweiligen Meldebestand hinterlegt.
Es sind 60 Produkte, die wir mit Sicherheit regelmäßig brauchen und bei denen ich den Verbrauch gut einschätzen kann.
Wie Du die richtigen Artikel für Deinen Vorrat ermitteln kannst, erkläre ich im nächsten Absatz. Meine Liste siehst Du hier (anklicken zum Vergrößern).
Ein Meldebestand von 0 bedeutet, dass ich erst nachkaufe, wenn ich das letzte Produkt aus meinem Vorrat nehme. Das sind i.d.R. auch Produkte, die nicht so lange haltbar sind oder sich sehr langsam aufbrauchen. Davon kaufe ich dann auch nur ein Teil nach.
Falls Du Haustiere hast, schließe auch diese in mit ihrem Bedarf in Deine Planung mit ein.
Ich habe Dir meine aktuelle Liste abgebildet.
Sie darf Dir gerne als Inspiration dienen. Beachte aber, dass es keine allgemeingültige und für jedermann geeignete Vorratsliste ist.

Kriterien zur Identifizierung der richtigen Produkte und Mengen

Verbrauch: Artikel die Du regelmäßig brauchst, willst Du nicht bei jedem Einkauf auf der Liste sehen. Der Einkauf geht schneller von statten, wenn Du nur wenige Artikel kaufst, davon aber viele
Haltbarkeit: Das ist ein limitierender Faktor! Wenn Du Dir über die Umschlagshäufigkeit nicht sicher bist, fang mit einem etwas kleineren Bestand an.
Kosten: Wenn der Kontostand bei Dir ein Thema ist, solltest Du keine teuren Artikel horten. Es wäre blöd, wenn deine Liquidität baden geht, weil Du einen spezifischen Vorrat angelegt hast.
Größe: Platz kann ein limitierender Faktor sein. In dem Zusammenhang: Schaff erst Lagerlösungen/-möbel an, wenn Du das Thema Vorrat unter Kontrolle hast.
Beschaffbarkeit: Manche Produkte sind im bevorzugten Supermarkt nicht zu bekommen. Von Produkten aus Spezialitätengeschäften oder dem Internet lege ich mir etwas mehr hin. Natürlich unter Berücksichtung von Preis, Haltbarkeit etc.
Notfallvorrat: Bei wenigen Produkten ist das Thema Notfallvorrat auch noch ein korrigierender Faktor. Allerdings bin ich durch die vorherige Logik schon ganz gut aufgestellt.

Risiken und Fehlerquellen

Bis vor kurzer Zeit hätte ich Vorratshaltung noch als „nice-to-have“ bezeichnet.
Die organisatorischen Vorteile standen für mich im Vordergrund, was aber sicher keine Begründung zur Notwendigkeit sind.
Heute in Zeiten von „Hamster-Konsequenzen“ und dem Risiko einer häuslichen Quarantäne, sehe ich Vorräte als notwendig an.
Folgende Risiken sehe ich in der Vorratshaltung:
Lagerung: unsachgemäße Lagerung kann zu Verderben oder Befall führen. Befall kann sich ausbreiten. Kontrolliere daher Vorräte regelmäßig, achte auf Verpackung und Beschädigungen.
Falsche Produktauswahl: Den Punkt bitte auch im Kontext mit der Liste vom Katastrophenamt betrachten. Die Vorräte müssen zu Dir, Deinen Vorlieben und Deinen Verträglichkeiten passen.
Falsche Menge: Taste Dich gegebenenfalls mit den Mengen hoch. Lebensmittelverschwendung ist schade, teuer und vermeidbar.
Auch exzessiver Vorrat aus Angeboten sehe ich kritisch. Angebote nutze ich explizit nur für Produkte, die ich tatsächlich auf meiner Meldebestandsliste stehen habe.
Panikkäufe/Stattdessen-Käufe: Das Phänomen ist neu. Aber wenn Du bisher kein Selberbäcker bist, werden 10Kilo Mehl nicht das richtige Produkt für Deinen Vorrat sein. Und noch bedenklicher wird es, wenn dann vor dem leeren Weizenmehl-Regal stattdessen zu den noch vorhandenen (und natürlich teureren) Alternativen gegriffen wird.

Zusammenfassung – Schritt für Schritt – Anleitung

1.) Erstelle eine Liste mit allen Lebensmitteln & Hygieneartikeln, die Du & Deine Familie regelmäßig konsumieren.
2.) Prüfe, welche Artikel davon für die Vorratshaltung geeignet sind (Haltbarkeit, Platzbedarf,…)
3.) Lege eine Menge fest, bei der Du den Artikel nachkaufen wirst (Meldebestand)
4.) Bestimme eine sinnvolle Menge zum Nachkauf. Haltbarkeit und geschätzter Verbrauch sind dabei Hilfsgrößen – Dein Ziel ist, dass die Vorratsartikel möglichst selten nachgekauft werden (zumindest wenn Zeit und Organisation wichtig für Dich sind)
5.) Kontrolliere Deine Vorräte regelmäßig (1-2x im Monat ein kurzer Blick genügt)
6.) Überarbeite Deine Meldebestandsliste jährlich. Geschmäcker und Konsumverhalten ändern sich auch mal.

Medienempfehlung

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Vorräte