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Wie die 4 Prozent Regel funktioniert

Beispiel für ein ewiges Vermögen: 1500€ monatl. Sparrate über 20 Jahre, danach 17 Jahre Entnahme von monatl. 2000€, anschließend 1000€ Entnahme zzgl. 1000€ Rentenanspruch aus Berufstätigkeit. Angenommene Rendite von 5% p.a.

Worum es geht

Heute erkläre ich Dir, was die 4% Regel ist, und warum sie für unseren Vermögensaufbau und die finanzielle Freiheit eine so wichtige Größe ist.
Mit der Hilfe der 4% Regel finde ich heraus, wieviel Kapital ich ansparen muss, bis unser Abenteuer „Finanzielle Freiheit“ starten kann.
Schon Ende der 90er Jahre haben Professoren der Trinity Universität eine Studie vorgestellt, in der sie erklären, dass einem Vermögen Jahr für Jahr 4% des Guthabens entnommen werden können, ohne dass man pleite geht. 
Ewiger Reichtum quasi!
Anfangs ging man noch davon aus, dass der Reichtum nicht ganz so ewig (nämlich „nur“ 30 Jahre) langt. Heute zeichnet sich ab, dass das Vermögen ewig reichen könnte und sogar noch wachsen kann.
Klingt gut oder? Schauen wir mal, wie wir diesen Zahlen zum besseren Verständnis Leben einhauchen können

Das geht doch gar nicht!

Die Berechnung Deiner Startsumme klingt zunächst denkbar einfach.
Multipliziere Deine jährlichen Ausgaben mit 25 und dann kann es auch schon losgehen.
Also, nehmen wir mal an – Deine Ausgaben betragen 40.000€ im Jahr / 3333€ im Monat
Dann beträgt Deine Zielsumme – hoppla – 1.000.000€.

Wenn es Dir wie mir geht, dann stehst Du nun vor 2 Problemen
1. Woher eine Million nehmen?
2. Ist 40.000€ / Jahr die richtige Summe für mich?

Im ersten Moment möchte man doch einpacken. Danke für’s Gespräch Frau Reineke, aber für Normalos ist das hier nichts, oder?
Doch doch – bleib dran. Du wirst Deine Lösung und Deine Summe finden. Es ist eben nur nicht mit einem einzigen Rechenschritt getan.

Die Ausgaben machen’s

Aber Du hast vielleicht schon erkannt, dass der Schlüssel zum ganzen in den Ausgaben liegt. Und das gleich in doppelter Weise.
Brauchst Du wirklich 3333€ / Monat? Deine heutigen Ausgaben liefern hier wertvolle Informationen.
Ich selbst blicke auf über ein Jahrzehnt Haushaltsbuchführung zurück und kann solide Auskunft über den Verbleib von unserem Geld sprechen.
Fakt ist: Es macht Sinn sich auf den Hosenboden zu setzen und jede Ausgabenart in ihrer genauen Höhe zu kennen. Dafür ist es nie zu spät!
Du musst wissen, wieviel Geld für Wohnen, Essen & Trinken, Freizeit, Bildung, Kleidung, Urlaub, Versicherungen usw draufgeht.
Im ersten Schritt gehe wir nun davon aus, dass diese Ausgaben für immer so bleiben.
Vielleicht sind es nicht 3333€? 
Hinweis am Rande: Versicherungsverkäufer für Rentenprodukte arbeiten gerne mit Deinem Einkommen statt mit Deinen Ausgaben. Sie können Dir so vermutlich teurere Produkte/eine höhere Abschlusssumme verkaufen.
Die durchschnittlichen Konsumusgaben 2019 für einen deutschen Haushalt betragen 2704€, dazu kommen noch Ausgaben für Nicht-Konsumzwecke. Darunter fallen Versicherungen, aber auch z.B. die Abzahlung eines Kredits.
Unabhängig davon wo Dein Haushalt im Vergleich steht bleibt aber die erste Maßnahme um die 4% Regel erfolgreich umzusetzen:
Die Kontrolle über die Ausgaben. 
Nicht umsonst ist das Thema „Finanzielle Freiheit“ bei Frugalisten hoch im Kurs. Frugalisten reduzieren alle Haushaltsausgaben auf ein perfektes Minimum. Das macht es einfacher, das große Ziel zu erreichen.
Wenn Du statt 3333€ im Monat nur 2000€ Ausgaben hast, lautet Deine magische Summe schon nur noch 600.000€. Immer noch viel. Ich weiß.
Aber es gibt einen Weg zur Lösung. Und uns fehlen auch noch 2 wichtige Faktoren in der Rechnung. Die Einnahmen und die Zeit.

Einnahmen und Sparquote

Du wirst es schon geahnt haben, das magische Guthaben für den ewigen Reichtum fällt nicht vom Himmel. Wir müssen es ansparen. Die erste Aufgabe ist erledigt, wir kennen unsere ganz individuelle Ziel-Summe X. Sollte jeder Mensch kennen, finde ich.
Die zweite Aufgabe ist auch erledigt, wir kennen unsere monatlichen Ausgaben. Auch absolut essentiell.
Der dritte Punkt sind die Einnahmen. Die müssen in jedem Fall über den Ausgaben liegen. Die Differenz zwischen beiden ist die Sparquote.
Also, wenn wir im Beispiel weiterrechnen – die Einnahmen sind vielleicht 3500€, die Ausgaben 2000€, Sparquote 1500€ = 43%.
Einahmen bestehen aber nicht nur aus Gehältern. Vielmehr spielt das passive Einkommen aus Investitionen eine große Rolle. Im weitesten Sinne Zinsen und Zinseszins.
Je nachdem, wie und wo ich investiere, halte ich 5% – 7% für eine machbare Wachstumsrate. Aber bitte genießt solche Aussagen mit Vorsicht, es geht hier um Langzeitanlagen – im Kurzfristbereich kann das komplett anders aussehen.
Aber irgendeine Grundlage brauchen wir ja um das Beispiel weiterzurechnen.
Wie ich übrigens mein bisheriges Vermögen investiere und was mein zukünftiger Investitionsplan ist, liest du im Artikel Assetklassen – da liegt mein Vermögen.

Deine Zeitschiene

Zeit spielt uns in die Karten! Zumindest wenn das Geld nicht auf einem Sparkonto versauert, sondern gut angelegt ist.
Mein oben ausgedachtes Beispiel geht weiter.
Ich spare 1500€ im Monat. Es gelingt mir eine durchschnittliche Rendite von 5% zu erzielen. Nach etwa 20 Jahren ist das Ziel erreicht!
Zinseszinsrechner lassen einen jedes beliebige Szenario spielen. Macht Spaß! Link unten in den Medienempfehlungen.
Klingt nach einer ziemlich geilen Abkürzung für das Leben in abhängiger Beschäftigung oder?
Aber – auf der Zeitschiene liegen noch mehr Bonbons und Herausforderungen bereit.
Dein Rentenanspruch: Auch wer deutlich früher die Einzahlung einstellt hat einen unverfallbaren Anspruch auf einen reduzierten Teil der Rente. Selbst wenn dieser erst mit Mitte 60 ausgezahlt wird, reduziert er deine finale Sparsumme. Wer genau nachrechnet, kann seine Summe X so um einiges reduzieren.
Des weiteren verändern sich Ausgaben: Unsere Ausgaben von heute kennen wir. Welche reduzieren sich, wenn die finanzielle Freiheit eingetreten ist? Du wirst mehr Zeit haben. Zeit für Dinge, die Dich bisher vielleicht Geld gekostet haben.
Wenn Du Kinder hast, auch hier sind Ausschläge in beide Richtungen möglich. Aber irgendwann stehen sie statt auf Deiner Payroll auf eigenen Füßen.
Denk deine Ausgaben ruhig mal weiter. So bis du 100 Jahre alt bist. Mindestens.
Ich mache diese Übung jedes Jahr im Herbst. Bringt Klarheit und Sicherheit.

Wieso wird das Geld im 4% Modell nicht weniger?

Ganz klar – das Geld wird nur dann nicht weniger, wenn es mehr wird. Applaus für diesen tollen Satz.
Aber im Prinzip verhält es sich tatsächlich genau so.
Der Plan lautet, dem Vermögen nur soviel zu entnehmen, wie es erwirtschaftet.
Zurück zu unserem Beispiel.
600.000€ sind angespart.
Ich entnehme im Jahr 4% = 24.000€
Übrig bleiben also
576.000€
Um wieder zurück auf 600.000 zu kommen, benötige ich eine Rendite, die etwas über 4% – nämlich etwa bei 4,2% liegt. Das ist aus historischer Sicht mit verschiedenen passiven Anlagestrategien zu schaffen.
Am Ende des Tages muss sich also ein jeder sein eigenes passendes Investitions-Päckchen schnüren.

Und worin investieren?

Ganz ehrlich? Deine Entscheidung. Ich kann und werde Dir keinen Rat erteilen, wie Dein Vermögen (also in unserem Spiel die 600.000€) aufgebaut sein müssen, damit der Plan aufgeht. Siehe Disclaimer. Es gibt keine Vermögens-/Anlage-/Kaufberatung hier.
Dass bei den aktuellen Zinskonditionen ein Tagesgeldkonto keine Lösung ist, dürfte Dir klar sein.
Die Trinity Professoren haben Beispiele mit 50% Aktienanteil und 50% Anleihen gerechnet. Das hat rückwirkend auf einen bestimmten Zeitpunkt gesehen geklappt.
Ich habe Dir hier vorgestellt, wie ich mein Vermögen aktuell aufgebaut habe und wie ich es mir in Zukunft vorstelle. Aber auch das ist ein Beispiel von vielen. Keine Garantie, dass es funktioniert.
Ich bin der festen Überzeugung, dass breit gestreute Investition in jedem Fall dem Sparbuch/Tagesgeld vorzuziehen ist. Nur muss man halt immer den Haken des möglichen Totalverlusts hinnehmen. So unwahrscheinlich das auch sein mag, es schreckt leider sehr viele Menschen ab, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Übrigens: Während bei Aktien und Aktienprodukten ein Verlustrisiko besteht, auf dem Tagesgeldkonto verliert Dein Geld mit großer Sicherheit an Wert. Stichwort Inflation. Und damit geht es auch gleich weiter:

Inflation! Es wird doch alles teurer!

Die 4% Regel als solche berücksichtigt die Inflation tatsächlich. Mal ehrlich – etwas mehr als einen simple Prozentrechnung darf man bei multiplen Professoreneinsatz auch erwarten, oder?
Die Studie stellt einen Bezug zwischen der Kaufkraft und der Aktienrendite her.
(Sehr) Einfach gesagt: Man kann davon ausgehen, dass eine Abhängigkeit zwischen Aktienkursen und Inflation besteht.
Genau aus dem Grund habe ich übrigens bei meiner Ausgaben-Vorausplanung die Inflation vollkommen ignoriert. In meiner Planung bis weit über das Rentenalter hinaus gehe ich rein rechnerisch erstmal von den heutigen Preisen aus.
Ganz ehrlich, anders würde die eigene private Finanzplanung auch zur Doktorarbeit werden. Mindestens.

4% in Krisenzeiten

Wir schreiben das Jahr Corona. Erdrutschartige Kursbewegungen! Das ganze Vermögen binnen 4 Wochen halbiert! Die Katastrophe für alle die im 4% Entnahmemodus leben! Oder?
Nein, ganz so ist es nicht.
Zum einen – unsere Trinity Professoren haben auch hier ganze Arbeit geleistet. Ihre rückwärtige Betrachtungen, aus denen Sie die 4% Regel abgeleitet haben, schließt Krisenszenarien mit ein.
Corona ist nicht die erste Krise und auch nicht die letzte.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man mit den Entnahmen über die laufenden Jahren flexibel sein darf. Es wird Zeiten geben, da braucht man den absoluten Gegenwert der 4% nicht, es wird Zeiten geben, da wird man entweder prozentual mehr entnehmen oder aber die Ausgaben einschränken.

Ich hab aber Schulden!

Schulden haben und gleichzeitig Investieren, das beisst sich in meinen Augen.
Ist der Traum von der finanziellen Freiheit dann gleich zu beerdigen? 4% bleibt ein frommer Wunsch und ungefähr so erreichbar wie der Mond mit dem Fahrrad?
Es kommt auf die Qualität der Schulden an.
Konsumschulden haben in meinen Augen immer allererste Priorität. Finanzielle Unabhängigkeit funktioniert nur ohne Schulden, ohne Ratenzahlungen. Es ist auf meiner Liste das allererste Verhalten, dass ich mir umgewöhnen würde.
Als Ausnahme könnte man noch die selbstbewohnte Immobilie betrachten.
Die Immobilie ist eine Investition. Investitionen auf Pump sind normalerweise gar keine gute Idee (oder würdest Du Dir einen Kredit aufnehmen um Aktien zu kaufen?), aber bei Immobilien gehört das ja offenbar zum guten Ton und scheint auch oft unumgänglich.
Im Immobilienfall – wenn Du Dein Objekt nicht total an Deinem Lebensstandard vorbeigeplant hast – ist es nicht unwahrscheinlich, dass Du zweigleisig fahren kannst. Tilgung und Darlehenszinsen plus Vermögensaufbau.
Also unterm Strich: Erst Schulden abbauen, dann Vermögen aufbauen.

Kritik an der 4% Regel

Die 4% Regel ist nicht perfekt. Das wirst Du schon in der ein oder anderen Zeile herausgelesen haben.
Da sie eine reine Entnahmestrategie ist, berücksichtigt sie eventuelle Einkünfte aus anderen Quellen (Renten, Nebenjobs, …) nicht.
Ebenso dürfen wir sie nicht Brutto für Netto betrachten. Kapitalerstragssteuer lässt grüßen! Am Ende des Tages sieht jedes Steuermodell individuell aus, so dass ich hier keine Abschätzung geben kann.
Die 4% bringt belastbare Ergebnisse auch unter Berücksichtigung von Krisen. Aber, immer auf einen sehr langen Zeitraum bezogen. Wenn die Krise uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt trifft und härter ausfällt als gedacht, wird es kippelig.

Frau Reineke Fazit

Ich lasse meinen Lebensentwurf nicht blind auf einer Zahl fußen.
Ohne ständige Überprüfung und Nachjustierung funktioniert sowieso kein Plan auf dieser Welt.
Aber – das macht die Theorie hinter dieser Regel nicht sinn- oder wertlos.
Sie ist, ganz besonders wenn man am Anfang seiner Planung steht, eine tolle Hilfe.
Die Regel ermöglichte es mir, erstmals einen Rahmen zu stecken und ein Ziel zu setzen.
Ich konnte in einem realitätsnahen Rahmen lernen, wie hoch eine monatliche Sparsumme sein muss.
Für eine grobe Planung und ein Grundverständnis muss man in meinen Augen nicht gleich in Schönheit sterben, falls Du verstehst was ich meine.
Jedenfalls habe ich erkannt, was für den Lebensentwurf „Finanzielle Freiheit“ ganz wichtig ist:
Die Balance zwischen Sparsumme und Ausgabe muss stimmen, damit der Plan aufgehen kann.

Medienempfehlungen

Passend zum Thema kann ich Dir folgende Seiten zum Vertiefen, Rechnen und Weiterlesen empfehlen:
Frugalisten.de (die Mutter, nein der Vater aller Frugalisten, mindestens der deutsche Mr Money Mustard in meinen Augen.
Zinsrechner: Spar-Rechner oder auch Entnahme-Rechner
Wikipedia Zusammenfassung zur Trinity Studie mit Links zur Originalveröffentlichungen und weiterem Material (englisch)

Ich betreibe keine Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung
Klick hier für weitere Details

Assetklassen – da liegt mein Vermögen

Was sind Assetklassen

*Achtung achtung! Du wirst hier den ein oder anderen Fachbegriff lesen, auch wenn ich immer versuche alles einsteigerfreundlich zu beschreiben oder innerhalb der Webseite verlinke. Mach Dir zur Not ein Tab mit Wiki oder Google auf. Ich will nicht schlau daherredend wirken und Du sollst Dich auch nicht dusslig fühlen. Es ist nicht schlimm, etwas nachzuschlagen!
Assetklassen ist der Fachbegriff für Anlageklassen. Anlageklassen gliedern Dein Vermögen nach verschiedenen Kriterien. Bildlich kannst du es Dir als Schublade vorstellen.
Diese Schubladen können dabei leicht erreichbar sein oder du musst erst eine Leiter holen um sie zu erreichen.
Manche Schubladen lassen sich einfach öffnen, andere sind sehr gut gesichert.
In einer Schublade hast Du ganz normalen Krimskrams wie Stifte, in der nächsten vielleicht ein ganz ausgefallenes Origami-Faltset.
Viele denken bei Vermögen und Assets zuerst nur an Geld oder bestenfalls Aktien.
Aber auch eine Immobilie ist ein Asset, oder eine Münzsammlung, ein Grundstück oder ein Bitcoin, auch Sammler-/Kunstgegenstände können darunter fallen.

AnlageklasseBeispiel
LiquiditätBargeld, Girkonto, Tagesgeld
AnleihenStaats-, Unternehmensanleihen
AktienAktien, Aktienfonds, ETFs
ImmobilienWohneigentum, selbst bewohnt oder Vermietet, Grundstücke
RohstoffeGold, Münzen, Zahngold, Öl, Getreide
„Neue Anlageklassen“Bitcoin, P2P Kredite
Sammlerstückewertvolle Uhren oder Kunst, Oldtimer
eine mögliche Darstellung von Assetklassen

Wenn Du das Internet nach Assetklassen fragst, wirst Du viele verschiedene Einteilungsmöglichkeiten sehen. Manche sortieren nach Thema, andere nach Risiko.
Ich würde sagen, da gibt es kein richtig oder falsch.
Ich habe meine Assetklassen so sortiert, dass ich daraus wertvolle Informationen ziehen kann, die mir bei meiner Lebensplanung helfen.

Wie mir Assetklassen helfen

Mit Hilfe von Assetklassen sortiere ich also im übertragenen Sinne meine Vermögen.

Das geht ganz einfach. Ich erkläre es Dir anhand der Liquidität:
Ich addiere all mein Bar-, Giral- und Tagesgeld und schon habe ich eine Summe für die Assetklasse „Liquidät oder Bargeld“.
Liquidität ist mir wichtig. Das ist Geld, an das ich schnell herankomme.
Mit Hilfe meiner liquiden Mittel bestreite ich meinen Alltag und habe auch eine Summe für ungeplante Notfälle. Wenn eine größere Reparatur ansteht oder ein Haushaltsgerät ersetzt werden muss, möchte ich nicht erst eine Aktie (zum ungünstigen Zeitpunkt) verkaufen müssen.

Was bringt mir aber nun diese Sortierung genau – außer dass ich im Notfall über genug Barmittel verfüge?
Mit Hilfe der Sortierung kann ich überlegen
1.) Welche Anlagen für mich in Frage kommen (welche Risiken akzeptiere ich?)
2.) und wieviel von meinem Vermögen ich in welcher Assetklasse sehen möchte
3.) und danach dann meine Anlageentscheidungen treffen

Da mein Ziel die finanzielle Freiheit ist, versuche ich natürlich mein Vermögen so aufzubauen, dass es die gewünschte Rendite als passives Einkommen abwirft.
Gleichzeitig möchte das Verlust-Risiko meiner Anlagen niedrig halten, was mir durch eine Verteilung auf verschiedene Klassen gelingt. Einfach gesagt: Nicht alles auf ein Pferd setzen.

Das sind meine Assetklassen 2020

*Du siehst, dass ich meine eigene Einteilung entwickelt habe – wie gesagt, ich denke dass es hier keine allgemein gültige Wahrheit gibt

Bar-/Giral-Tagesgeld: Aktuell ein großer Anteil. Wir hatten eine große Renovierung am Haus, daher habe ich Wert darauf gelegt hier nicht ins kurze Gras zu kommen
Bausparvertrag: Eine Entscheidung, die wir vor fast 10 Jahren getroffen haben und die ich nicht wiederholen würde. Das Guthaben daraus wird mir Anfang 2021 ausgezahlt, ich werde kein Darlehen aufnehmen und das Geld gemäß meiner Planung der Assetklassen investieren.
Immobilie: Wir wohnen im abgezahlten Eigentum. Das Haus habe ich vor fast 20 Jahren gekauft. Mittlerweile habe ich eine andere Einstellung zu Immobilien und selbstbewohnten Eigentum als damals. Zur Zeit des Kaufes und auch im Moment als ich „abgezahlt“ hatte, schien es mir als größtes Glück überhaupt. Aber vielleicht dazu später nochmal an anderer Stelle mehr. Ich sage nur soviel: Das selbstbewohnte Eigentum ist eine Lifestyle-Entscheidung, aber keine Investition und auch eher keine Altersvorsorge.
Einzelaktien: Es geht ab ins Depot. Hauptsächlich dividendenstarke und (in meinen Augen) zukunftsträchtige Unternehmen finden ihren Weg in mein Depot. Das war nicht immer so. Ich habe auch mal tagesgeschehen basierte „Zockerentscheidungen“ getroffen. Da bin ich nun ruhiger und treffe eher langfristige Entscheidungen für Unternehmen, an die ich glaube
ETFs: Bestehen letztlich je nach Modell auch aus Aktien. Ich liste sie aber hier extra, weil sie durch ihre breite Streuung eine andere, niedrigere, Risikoklasse bedienen. Die Klassiker MSCI World und MSCI EM sind natürlich mit an Bord.
Robos/Multi-Asset: Ein Klassiker im Multi Asset ist vermutlich der ARERO. Den habe ich nicht, dafür aber zwei Robos, die ebenfalls in Aktien, Anleihen/Renten & Rohstoffe investieren. Mit einem von mir gewählten VaR (Risikofaktor). Ich gestehe, von ARERO habe ich erst erfahren, als ich die Robos schon hatte. Von all diesen Produkten hat Dir dein Bankberater vermutlich noch nie was erzählt, oder?
Sammlergegenstände: Mal was ausgefallenes, was Du in nicht so vielen Assetberichten lesen wirst. Wir haben einen kleinen Sportwagen dessen Wert sich jährlich erhöht.
Auch hier war die Kaufentscheidung noch nicht von Asset-Allocation getrieben. Vielmehr war es die Erfüllung eines persönlichen Traumes. Die Tatsache, dass wir uns einen Gegenstand kaufen, der im Wert steigt, hat aber bereits damals vor 5 Jahren eine Rolle gespielt.
Dennoch – das Fahrzeug kostet im Unterhalt eine Menge. Nichtsdestotrotz ist es ein Gegenstand, der im Wert steigt. Quasi ein Hobby ohne Wertverlust.

So sollen meine Assetklassen in Zukunft aussehen

* Ich unterscheide in meiner Übersicht aktuell zwischen ETF, Aktien und Robos. Das lässt sich in Teilen theoretisch auch zusammenfassen. Zur Steuerung meiner Anlageentscheidungen habe ich mich jedoch für diese Darstellung entschieden.

Aus heutiger Sicht das Bild, wie es in 10 Jahren aussehen soll. Hoffentlich nicht nur prozentual sondern auch mit den entsprechenden absoluten Werten dahinter.
Denn insbesondere Aktien, ETF und Multi-Asset werden die Lieferanten für unseren Lebensunterhalt sein.
Dann siehst Du eine Änderung bei den Assetklassen selbst.
Definitiv möchte ich keine Bausparvertrag mehr haben.
Stattdessen möchte ich in die höhere Risikoklasse der P2Ps und Kryptos einsteigen. (Ich werde dazu separat berichten).
Der Anteil Immobilie schrumpft: Es ist aktuell nicht mein Ziel, weitere Immobilien zu besitzen oder in immobilienlastige Produkte zu investieren. Da ich also unsere Sparrate in andere Produkte investiere, sinkt automatisch der Anteil der Immobilien.
In Sachen Sammlerstück wird es aber bei dem einen Fahrzeug bleiben. In weitere Fachgebiete möchte ich mich auch nicht einarbeiten.
Das Thema Aktienportfolio verdient noch eine ausführlichere Planung und Beschreibung. Momentan bin ich in der Lernphase wie ich das Aktienportfolio passend zu meinen Zielen zusammensetze. Ich möchte gerne über viele Branchen und Regionen streuen, eher in große Unternehmen mit stabilen Wachstum investieren und auf eine solide Dividende achten. Es wird voraussichtlich auf 30 unterschiedliche Aktien hinauslaufen.
Aktien-ETFs haben in meiner Planung einen ebenso hohen Anteil wie Aktien. Starten möchte ich innerhalb dieser Kategorie mit der klassischen Aufteilung: 70% MSCI World + 30 % MSCI Emerging Markets.
Die Robo Advisors könnte man theoretisch den ETFs zurechnen. Und es gibt auch inhaltliche Überschneidungen. Die MSCIs sind mir auch dort schon begegnet. Das ist nicht problematisch, solang man das bewusst zur Kenntnis nimmt. Meine Robos investieren jedoch auch in Anleihen und Rohstoffe, was sie zu „Multi-Asset-Instrumenten“ macht. Momentan finde ich diese Art der Anlage sehr bequem..

Fazit

Diese Darstellung unserer Vermögenswerte hilft mir, festzustellen wie ich unsere Sparquote am besten aufteile. Sie dient als Leitbild für meine Investment-Entscheidungen. Nimm das gerne als Inspiration, aber – wie auch im Disclaimer noch mal erwähnt – möchte ich meine Artikel nicht als Anlageberatung oder vergleichbares empfunden wissen.
Als ich das erste Mal mein Vermögen auf diese Art aufgelistet habe, war es ein echter Aufwachmoment. Fast alles Geld (gottseidank kein Fremdkapital/Schulden) steckte in der Immobilie.
Der Rest im Sportwagen, der ja zugegeben ursprünglich nicht als Anlageobjekt gedacht war.
Seither versuche ich konsequent unsere Sparquote in andere Investments zu lenken.
Denn die selbstbewohnte Immobilie und das Auto werfen kein passives Einkommen ab und helfen daher nicht, unseren Traum von der finanziellen Freiheit zu realisieren.
Keine Erwähnung finden hier übrigens aktiv gemanagte Fonds. Ich kenne diese Anlageform und hatte auch schon verschiedene Fonds, allerdings konnte ich mich damit nicht anfreunden.

Disclaimer

Ich betreibe keine Anlageberatung und spreche keine Empfehlungen aus.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung
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