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COICOP: Konsumausgaben perfekt organisieren

Was COICOP ist und warum es für mein und Dein Haushaltsbuch so wichtig ist, erkläre ich Dir in diesem Artikel. Den direkten Link zur aktuellen COICOP Klassifizierung findest Du unten in der Medienempfehlung.

Was ist COICOP

Über COICOP selbst liest Du wenig. Vielleicht liest du diese seltsame Abkürzung bei mir zum ersten Mal. Dabei spielt sie im gesamten EU-Raum und auch in Deinem Leben vermutlich eine große Rolle.
Die Abkürzung COICOP steht für „Classification of Individual Consumption According to Purpose“.
Übersetzt: Klassifikation des individuellen Verbrauchs nach Verwendungszweck.
Erklärt: Eine lange Liste, in der Ausgaben nach Themen sortiert und gruppiert werden.
Das klingt sehr bürokratisch. Ist es erstmal auch. Denn wenn mehrere Staaten sich gemeinsam überlegen müssen, wie sie die Ausgaben der privaten Haushalte (also uns) ordnen können, dann ist das kein einfaches Spiel.
Auf den ostfriesische Inseln und auf den Balearen möchten wir dasselbe Verständnis über die Lebenshaltungskosten haben.
Wenn einer die Telefongebühr in den Wohnkosten auflistet und ein anderer in den Kommunikationskosten entsteht ein schiefes Bild, dass politisch zu falschen Annahmen und Entscheidungen führen kann.

Warum COICOP gut für’s Haushaltsbuch ist

COICOP ist ein Standard. Standards sind immer eine prima Wahl, wenn es darum geht etwas zu organisieren. Es hat schon jemand nachgedacht (in diesem Fall mehrere Länder) und eine brauchbare Logik erfunden.
Du brauchst für dein Haushaltsbuch nicht mehr selbst zu überlegen, wie Du Deine Ausgaben kategorisierst, sondern kannst einfach ein erprobtes Konzept übernehmen.

COICOP ermöglicht den Vergleich

Das wichtigste überhaupt.
Oft begegnen uns Statistiken zu verschiedenen Ausgabemustern. Wohnkosten hier, Lebenshaltungskosten dort. Was gibt der Deutsche hier aus und der Österreicher da?
Wenn Du hier von meinen Wohnkosten liest, möchtest Du das vielleicht gerne mit Deinen Kosten vergleichen. Dazu müssen bei Dir und mir dieselben Posten in den Wohnkosten enthalten sein.
Der Schlüssel zum Verständnis heisst COICOP!
Denn so braucht niemand eine eigene Logik zu erfinden.
Und es wird noch besser: Offizielle Statistiken arbeiten auch mit diesem Schlüssel. Das heisst wenn von erhöhten Wohnkosten in Deutschland gesprochen wird, dann weißt Du genau, was eben drin ist und was nicht.

Aufbau von COICOP

COICOP gliedert sich in 13 Kategorien für private Konsumausgaben.
01 Lebensmittel
02 Genussmittel
03 Kleidung & Schuhe
04 Wohnen
05 Mobiliar, Hausrat & Instandhaltung
06 Gesundheit
07 Transport
08 IT & Kommunikation
09 Freizeit, Erholung & Sport
10 Bildung
11 Restaurants & Beherberbgung
12 Versicherungen & Finanzdienstleistungen
13 Persönliche Pflege

In den Kategorien finden wir Gruppen, in den Gruppen verbergen sich noch Klassen und Unterklassen. Es geht also ganz granular, wenn man möchte. Letztlich findet sich für fast jede Ausgabe mit dieser Struktur der passende Topf.
Für uns Privathaushalte reicht zur Sortierung sicherlich die Ansicht der Kategorien, denen man dann noch persönlichen Gusto Gruppen anhängen kann.

Also mein reales Beispiel für Wohnkosten:
04 Wohnen
– 04.1 Gas
– 04.2 Strom
– 04.3 Wasser
– 04.4 Grundsteuer
– 04.5 Müllgebühr
– 04.6 Schornsteinfeger
– 04.7 Heizungswartung
– 04.8 Hausbesitzerverein

Und Du ahnst schon: Wenn Du Mieter bist, fällt deine Gruppierung innerhalb der Abteilung Wohnen anders aus.

04 Wohnen
– 04.1 Miete
– 04.2 Nebenkosten
– 04.3 Mieterschutzbund

Im COICOP White Paper, bzw. der dazugehörigen Übersichtstabelle kannst Du praktisch jeden beliebigen Begriff suchen und es ergibt sich automatisch die passende Kategorie. Dein Urlaub fällt z.B. in Kategorie 11, das Porto für Deine Post in Kategorie 05 (denn es handelt sich um eine Transportdienstleistung).

COICOP in der praktischen Anwendung

COICOP ist also unser Schlüssel, um anfallende Kosten im Haushaltsbuch sinnvoll zu verorten.

Es gibt nur wenige Ausnahmen, für die sich keine passende Schublade finden lässt.
Dazu gehören zum Beispiel Geschenke oder auch Bewirtungen (also wenn wir jemanden zum Essen einladen, Feiern veranstalten). Dafür habe ich in meinem Haushaltsbuch einfach eine neue Kategorie erstellt.

Es spielt keine Rolle, welches Haushaltsbuch Du nutzt. Eine Struktur für Deine anfallenden Ausgaben lässt sich überall umsetzen. Egal ob Excel, ein gekauftes Tool wie MoneyMoeny und Wiso oder auch Freeware wie GnuCash.

Das Ergebnis ist eine stringente Organisation, die Dir auch über das Haushaltsbuch hinaus im Alltag hilft.

Medienempfehlung

Download COICOP (Englische White Cover Version mit Erklärungen)
Download als Tabelle mit Übersetzung in alle europäischen Sprachen

Vorräte perfekt managen – auch in Krisenzeiten

Wie strukturierte Vorratshaltung mir im Alltag und in der Krise hilft, liest Du in diesem Artikel.

Foto: CCO/pixabay/monicore

Einleitung

Spätestens seitdem wir in mehreren Wellen vor leeren Regalen für Lebensmittel und Hygieneartikel standen, zeigt sich die Relevanz guter Vorratshaltung.
Auch meine eigene Vorratshaltung wurde in der 2020 Krise auf den Prüfstand gestellt und optimiert.


Sinn der Vorratshaltung

Krisenzeiten überstehen: Sicherlich das Schlüsselthema 2020. Mit den richtigen Vorräten bist Du gegenüber schwankender Verfügbarkeit von Produkten gewappnet. Du kannst auch eine gewisse Zeit überstehen, ohne das Haus verlassen zu müssen.
Effizientes Haushaltsmanagement: Gut organisierte Vorratshaltung hilft Dir Zeit im Alltag zu Sparen. So kann der Einkauf unkompliziert vorbereitet und durchgeführt werden

Mein System für Vorratshaltung

Mein Vorrat ist nach der Methode „Meldebestand“ organisiert. Meldebestand bedeutet, dass das Unterschreiten einer gewissen Menge an Produkt Auslöser für den Nachkauf ist.
Wenn ich zum Beispiel nur noch 2 Pakete Nudeln habe, kaufe ich nach.
Für alle Artikel, die ich als Vorrat manage, habe ich einen solchen Meldebestand festgelegt.
Und jedes Mal wenn ich meine Einkauf vorbereite (alle 2 Wochen), gehe ich diese Liste durch.
Das klingt komplexer als es tatsächlich ist und dauert weniger als 5 Minuten.
Lediglich das Aufsetzen der Liste hat mich etwas Zeit gekostet, aber auch hier sprechen wir nicht über stundenlange Excelarbeit.
Wenn der Meldebestand eines dieser Produkte erreicht ist, kaufe ich durchaus einen Jahresvorrat davon nach. Beim Beispiel Nudeln bedeutet das, dass ich um die 10 Pakete nachkaufe.
Der Bestand meiner Vorratsartikel liegt also immer irgendwo zwischen Meldebestand und Jahresbedarf. Es wird auch mal etwas leer. Das ist mir vereinzelt in der Corona Krise passiert. Da aber nicht alles gleichzeitig leer wird, können Nudeln auch mal mit Reis ersetzt werden.
Vorteile:
– Nudeln tauchen 2-3 mal pro Jahr auf dem Einkaufszettel auf.
– der Einkaufszettel hat wenige Positionen
– der Einkauf ist schneller erledigt
Nachteile/Herausforderung:
– es muss natürlich der physische Platz für Vorräte vorhanden sein
– ich muss mein Verbrauchsverhalten einschätzen können

Was und wieviel gehört in den Vorrat

Diese Frage kann meines Erachtens nicht allgemein beantwortet werden.
In der Theorie bietet das Bundesamt für Katastrophenschutz eine Empfehlung an (siehe Medienempfehlung). Mit dieser kann man sicher den eigenen Vorrat abgleichen, es ist aber keine Guidance für den Aufbau eines dauerhaft funktionierenden Vorratssystems.
Ich habe knapp 60 Produkte auf meiner Vorratsliste mit dem jeweiligen Meldebestand hinterlegt.
Es sind 60 Produkte, die wir mit Sicherheit regelmäßig brauchen und bei denen ich den Verbrauch gut einschätzen kann.
Wie Du die richtigen Artikel für Deinen Vorrat ermitteln kannst, erkläre ich im nächsten Absatz. Meine Liste siehst Du hier (anklicken zum Vergrößern).
Ein Meldebestand von 0 bedeutet, dass ich erst nachkaufe, wenn ich das letzte Produkt aus meinem Vorrat nehme. Das sind i.d.R. auch Produkte, die nicht so lange haltbar sind oder sich sehr langsam aufbrauchen. Davon kaufe ich dann auch nur ein Teil nach.
Falls Du Haustiere hast, schließe auch diese in mit ihrem Bedarf in Deine Planung mit ein.
Ich habe Dir meine aktuelle Liste abgebildet.
Sie darf Dir gerne als Inspiration dienen. Beachte aber, dass es keine allgemeingültige und für jedermann geeignete Vorratsliste ist.

Kriterien zur Identifizierung der richtigen Produkte und Mengen

Verbrauch: Artikel die Du regelmäßig brauchst, willst Du nicht bei jedem Einkauf auf der Liste sehen. Der Einkauf geht schneller von statten, wenn Du nur wenige Artikel kaufst, davon aber viele
Haltbarkeit: Das ist ein limitierender Faktor! Wenn Du Dir über die Umschlagshäufigkeit nicht sicher bist, fang mit einem etwas kleineren Bestand an.
Kosten: Wenn der Kontostand bei Dir ein Thema ist, solltest Du keine teuren Artikel horten. Es wäre blöd, wenn deine Liquidität baden geht, weil Du einen spezifischen Vorrat angelegt hast.
Größe: Platz kann ein limitierender Faktor sein. In dem Zusammenhang: Schaff erst Lagerlösungen/-möbel an, wenn Du das Thema Vorrat unter Kontrolle hast.
Beschaffbarkeit: Manche Produkte sind im bevorzugten Supermarkt nicht zu bekommen. Von Produkten aus Spezialitätengeschäften oder dem Internet lege ich mir etwas mehr hin. Natürlich unter Berücksichtung von Preis, Haltbarkeit etc.
Notfallvorrat: Bei wenigen Produkten ist das Thema Notfallvorrat auch noch ein korrigierender Faktor. Allerdings bin ich durch die vorherige Logik schon ganz gut aufgestellt.

Risiken und Fehlerquellen

Bis vor kurzer Zeit hätte ich Vorratshaltung noch als „nice-to-have“ bezeichnet.
Die organisatorischen Vorteile standen für mich im Vordergrund, was aber sicher keine Begründung zur Notwendigkeit sind.
Heute in Zeiten von „Hamster-Konsequenzen“ und dem Risiko einer häuslichen Quarantäne, sehe ich Vorräte als notwendig an.
Folgende Risiken sehe ich in der Vorratshaltung:
Lagerung: unsachgemäße Lagerung kann zu Verderben oder Befall führen. Befall kann sich ausbreiten. Kontrolliere daher Vorräte regelmäßig, achte auf Verpackung und Beschädigungen.
Falsche Produktauswahl: Den Punkt bitte auch im Kontext mit der Liste vom Katastrophenamt betrachten. Die Vorräte müssen zu Dir, Deinen Vorlieben und Deinen Verträglichkeiten passen.
Falsche Menge: Taste Dich gegebenenfalls mit den Mengen hoch. Lebensmittelverschwendung ist schade, teuer und vermeidbar.
Auch exzessiver Vorrat aus Angeboten sehe ich kritisch. Angebote nutze ich explizit nur für Produkte, die ich tatsächlich auf meiner Meldebestandsliste stehen habe.
Panikkäufe/Stattdessen-Käufe: Das Phänomen ist neu. Aber wenn Du bisher kein Selberbäcker bist, werden 10Kilo Mehl nicht das richtige Produkt für Deinen Vorrat sein. Und noch bedenklicher wird es, wenn dann vor dem leeren Weizenmehl-Regal stattdessen zu den noch vorhandenen (und natürlich teureren) Alternativen gegriffen wird.

Zusammenfassung – Schritt für Schritt – Anleitung

1.) Erstelle eine Liste mit allen Lebensmitteln & Hygieneartikeln, die Du & Deine Familie regelmäßig konsumieren.
2.) Prüfe, welche Artikel davon für die Vorratshaltung geeignet sind (Haltbarkeit, Platzbedarf,…)
3.) Lege eine Menge fest, bei der Du den Artikel nachkaufen wirst (Meldebestand)
4.) Bestimme eine sinnvolle Menge zum Nachkauf. Haltbarkeit und geschätzter Verbrauch sind dabei Hilfsgrößen – Dein Ziel ist, dass die Vorratsartikel möglichst selten nachgekauft werden (zumindest wenn Zeit und Organisation wichtig für Dich sind)
5.) Kontrolliere Deine Vorräte regelmäßig (1-2x im Monat ein kurzer Blick genügt)
6.) Überarbeite Deine Meldebestandsliste jährlich. Geschmäcker und Konsumverhalten ändern sich auch mal.

Medienempfehlung

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Vorräte

Hier sind Medikamente am günstigsten!

Eine Apotheke von Innen habe ich lange nicht mehr gesehen.
Das liegt nicht nur daran, dass ich mich bester Gesundheit erfreue, sondern auch an den „Apothekenpreisen“ (Achtung Wortwitz…).

Ich bestelle also sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie Medikamente immer online.
Falls das für Dich noch nicht in Frage gekommen ist, schau einfach mal nach – die Preise sprechen wirklich für sich.
Und beste kommt noch:
Es gibt eine Internetseite mit Preisvergleichen für Medikamente!
Sie heisst www.medizinfuchs.de
Allein wegen des Namens muss ich sie als „Frau Reineke“ natürlich lieben

Und der Medizinfuchs kann noch mehr als nur Preise vergleichen:
Es können Listen / Merkzettel angelegt werden und der Medizinfuchs zeigt euch dann die Online-Apotheke, auf der die Gesamtbestellung am günstigsten bedient werden kann.
Zu allen Apotheken gibt es Nutzerbewertungen.

Ich habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht.
Auch für Kosmetik- und Pflegeprodukte die apothekenexklusiv vertrieben werden (Vichy, Avene, Dermasence, Eucerin, …)  findet man über Medizinfuchs sehr günstige Preise.