Querkopf | Frau Reineke, der Klimawandel und die 6R

In der Kategorie Querkopf kommentiere ich für euch das aktuelle Zeitgeschehen. Mal zynisch, mal empathisch, aber immer offen und ehrlich.

Vermutlich bin ich ein wenig spät dran, um Trumps Absage an das Klimaabkommen zu kommentieren.
Es ging heiss her in meiner Timeline. Trump liefert ja immer wieder Futter  für die Dauerempörten bei Facebook & Co. Und ihr ahnt es schon – ich selbst habe dem Thema nicht so die Megaaufmerksamkeit gewidmet.
War die Absage doch mindestens genau so symbolträchtig wie das Klimaabkommen selbst.
Wir erzählen uns alle gegenseitig, dass wir den Planeten retten wollen und klopfen uns dafür auf die Schultern. Ringelpitz mit Anfassen.
Don’t get me wrong. Die globale Selbstverpflichtung der Staaten zum Schutz und Erhalt unserer Umwelt schon ein wichtiger Grundsatz. Aber viel wichtiger sind wir.

Wir unterschätzen gerne unsere Macht. Oder auch unsere Verantwortung. Denn wir bestimmen letztlich durch unseren Konsum und unsere Verhaltensweisen im Alltag den Takt von Industrie und Wirtschaft.

Und das passt wieder perfekt zum „Efficient Lifestyle“. Denn Effizienz ist die Kampfansage wenn es um Verschwendung geht. Verschwendung geht immer zu lasten der Umwelt.
Darum gibt es heute meine 6R.
Die begleiten mich bei vielen Entscheidungen im Alltag.
Und jedes Mal, wenn wir ein „R“ durchführen machen wir die Welt ein Stück besser. Ganz ohne Ringelpitz.

R1 – Rethink = Jede Anschaffung wird bei uns genau überdacht. Mal eine Nacht, mal mehrere Monate. Brauchen wir das? Macht es unser Leben besser? Ich simuliere, wann ich es benutzen würde. Beispiel? Thermomix: Ich habe einen Monat jede Mahlzeit überprüft, was davon würde ich im Gerät zubereiten. Entscheidung? Dagegen!

R2 – Refuse = Sich bewusst gegen einen Trend zu stellen erfordert Mut. Oftmals ist aber auch entspannend und bequem eben nicht jeder Mode Folge zu leisten. Verzicht schafft Raum und Zeit. Wo wir das merken? Im Urlaub zum Beispiel, da kommen wir mit ganz wenig Besitz aus.

R3 – Reduce = Damit meine ich Abfallvermeidung. Viele Geschäfte haben den Plastiktüten den Kampf angesagt. Die können m.E. gar nicht teuer genug sein. Der eigene Beutel / Korb ist immer die günstigste Methode. Auch selbst abgewogene Produkte brauchen nicht eingetütet werden. Wenn Du 5 Äpfel kaufst, klebst halt das Waage-Label auf einen der Äpfel drauf. Die Fachkraft an der Kasse kann damit umgehen.

R4 – Re-use = Ich bin ein großer Fan von eBay und sonstigen Gebrauchtbörsen. Kaufe und verkaufe dort sehr gerne. Mein Artikel über Bücher ist ein gutes Beispiel hierfür. Aber auch Smartphones kaufe ich grundsätzlich gebraucht. Da ich dennoch gerne „up to date“ in der Hinsicht bin, schaffe ich den Spagat, indem ich jedes Jahr ein neues Gebrauchtgerät in den Familienverband (4 Personen) bringe. Jedes Jahr wird dann auch wieder ein Gerät verkauft.

R5 – Repair = Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Leute sich freuen, wenn ein Gerät kaputt geht. Endlich Grund für einen Neukauf? Unsere Waschmaschine haben wir schon so oft repariert. Ein Neugerät verbraucht weniger? Vorsicht vor Nepprechnungen. Eins ist sicher: Ein Neugerät ist in seinem ökologischen Gesamtabdruck fasti mmer die deutlich schlechtere Option.

R6 – Recycle = Es kommt trotzdem immer noch genug Müll ins Haus und muss auch wieder raus. Auch wenn Dein Landkreis Müllltrennung nicht belohnt, sortier trotzdem. Für Dich.
Wir haben praktisch keinen Restmüll. Aufs Jahr kommt einen Tüte zusammen. Da unserer Restmüllsäcke kostenpflichtig sind, verkaufe ich die übrigen.
Und organische Abfälle? Ich habe teste aktuell eine Möglichkeit um im Haus (!) zu kompostieren.

Wie sieht es bei euch aus? Wo habt ihr heute eine Entscheidung treffen können, die unserer Umwelt zu Gute kommt?

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